
# HotelGastro365 verbindet einen Jahresarbeitsvertrag mit Fachunterricht und Sprachförderung

**Teaser / Vorspann (2-4 Saetze):** Die Schweizer Bildungsorganisation Hotel & Gastro formation Schweiz kündigt mit HotelGastro365 einen Qualifikationsweg für Erwachsene an. Ein Jahresarbeitsvertrag verbindet betriebliche Tätigkeit mit Fachunterricht und Sprachförderung; nach dem ersten Halbjahr wechselt die Finanzierung. Für interessierte Praxisbetriebe wird damit konkret, wie Beschäftigung und Lernen zusammenkommen sollen und welche Lohnkosten sie im zweiten Halbjahr übernehmen.

## TL;DR

- HotelGastro365 richtet sich an erwachsene Migrantinnen und Migranten, Quereinsteigende sowie Arbeitssuchende.
- Vorgesehen sind zwölf Monate mit 80 Prozent betrieblicher Tätigkeit und 20 Prozent Ausbildung.
- Kantonale Stellen tragen Bildungs- und Lohnkosten zunächst maßgeblich; danach wechseln Bildungsfinanzierung und Lohnzahlung.
- Die Pilotkurse sollen am 17. August in Basel und am 8. September 2026 in Luzern beginnen.

## Erwachsene sollen mit Jahresvertrag ins Gastgewerbe einsteigen

HotelGastro365 soll bisher unterschiedliche kantonale Angebote über gemeinsame Zielkompetenzen verbinden. Getragen wird das Modell von den Branchenverbänden GastroSuisse und HotellerieSuisse sowie dem Arbeitnehmerverband Hotel & Gastro Union. Anbieter ist Hotel & Gastro formation Schweiz, wie die [Mitteilung vom 3. Juli 2026](https://gastrosuisse.ch/de/verband/medien/medienmitteilungen/hotelgastro365-ermoeglicht-echte-einstiegschancen) erläutert.

Grundlage ist ein Jahresarbeitsvertrag mit begleitender Fach- und Sprachausbildung. Erwachsene sollen auf diesem Weg berufliche Erfahrung sammeln und sich für die Arbeit im Gastgewerbe qualifizieren. Das Programm verbindet damit eine Beschäftigung im Praxisbetrieb mit einem vorgesehenen Bildungsweg.

Die Träger wollen einen dauerhaften Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Die Branchenankündigung und ihre Darstellung in der Fachpresse enthalten keine Ergebnisse zu Abschlüssen oder zum längerfristigen Verbleib im Beruf. Die Pilotstarts stehen zum Berichtsstand Ende Juli bevor.

## Wer Ausbildung und Lohn im ersten und zweiten Halbjahr bezahlt

In den ersten sechs Monaten sollen kantonale Stellen die Bildungs- und Lohnkosten maßgeblich tragen. Für die folgenden sechs Monate ist eine andere Aufteilung vorgesehen: Die Progresso-Ausbildung wird über den L-GAV finanziert, den Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Schweizer Gastgewerbes.

Der Praxisbetrieb zahlt im zweiten Halbjahr den L-GAV-Mindestlohn, sofern er zwingend diesem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt ist. Diese Voraussetzung gehört zur [angekündigten Kostenverteilung von GastroSuisse](https://gastrosuisse.ch/de/verband/medien/medienmitteilungen/hotelgastro365-ermoeglicht-echte-einstiegschancen).

Bildungsfinanzierung und Lohnzahlung laufen damit über unterschiedliche Wege. Zunächst beteiligen sich die kantonalen Stellen maßgeblich an beiden Kostenarten. Anschließend trägt die Branchenfinanzierung die genannte Ausbildung, während der entsprechend unterstellte Betrieb den Mindestlohn bezahlt.

Konkrete Förderbeträge und Eigenanteile nennt die Mitteilung nicht. „Maßgeblich“ sagt deshalb keine vollständige Übernahme aller Kosten im ersten Halbjahr zu. Für einen angebotenen Praxisplatz wäre zu klären, welche Förderung im zuständigen Kanton gilt und welche Kosten beim Betrieb verbleiben.

## 80 Prozent der Programmzeit sind für die Arbeit vorgesehen

Die [Schweizer Fachzeitung htr hotelrevue beschreibt am 3. Juli](https://www.htr.ch/story/hotellerie/hotel-gastro-365-erleichtert-einstieg-in-die-branche-46071) eine Aufteilung von 80 Prozent beruflicher Tätigkeit und 20 Prozent Ausbildung. Die Anteile beziehen sich auf die vorgesehene Programmzeit. Einen konkreten Wochenstundenplan oder feste Unterrichtstage nennt der Bericht nicht.

Die fachliche Qualifizierung kann in Küche, Service oder Hauswirtschaft erfolgen und wird mit einem Sprachkurs verbunden. Berufliche Tätigkeit und Lernen sind damit während desselben Programmjahres vorgesehen.

Ein hypothetisches Servicebeispiel macht die Verbindung greifbar: Eine teilnehmende Person übt im Restaurant, eine Bestellung aufzunehmen. Im Unterricht vertieft sie die Fachbegriffe, die sie für Rückfragen zu den Speisen benötigt.

Für den Praxisbetrieb gehört die Zeit für Ausbildung zur Planung der Beschäftigung. Wie Unterricht und betriebliche Tätigkeit im einzelnen Kurs zusammenliegen und welche Begleitung vorgesehen ist, bleibt mit der Bildungsorganisation abzustimmen. Aus der Prozentangabe allein ergibt sich kein fester Einsatzplan.

## Nach einem Jahr ist ein Branchenzertifikat vorgesehen

Nach sechs Monaten ist ein erster Kursausweis vorgesehen. Nach einem Jahr nennt die [htr-Darstellung das Branchenzertifikat Progresso und ein Arbeitszeugnis](https://www.htr.ch/story/hotellerie/hotel-gastro-365-erleichtert-einstieg-in-die-branche-46071).

Das Programm soll außerdem den Anschluss an eine formale Schweizer Berufsausbildung ermöglichen: an das eidgenössische Berufsattest EBA oder das eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ. Diese Anschlussfähigkeit beschreibt auch die [Programmankündigung von GastroSuisse](https://gastrosuisse.ch/de/verband/medien/medienmitteilungen/hotelgastro365-ermoeglicht-echte-einstiegschancen).

Progresso bleibt ein Branchenzertifikat. Die angekündigte Anschlussmöglichkeit bedeutet weder eine Gleichwertigkeit mit EBA oder EFZ noch eine automatische Zulassung zu einem weiteren Bildungsgang.

## Die Pilotkurse sind für Basel und Luzern angekündigt

Die ersten Kurse sollen am 17. August 2026 in Basel und am 8. September in Luzern beginnen. Umsetzungspartner ist der Verein Sonnenberg in Kriens mit seinem Integrationskurs „Hotel-Gastro Go!“. Ein schweizweiter Ausbau ist an die Bewährung der Piloten geknüpft, heißt es in der [Mitteilung zur Einführung](https://gastrosuisse.ch/de/verband/medien/medienmitteilungen/hotelgastro365-ermoeglicht-echte-einstiegschancen).

GastroSuisse und htr beschreiben dabei dieselbe Branchenankündigung. Die Fachveröffentlichung liefert keine unabhängige Bewertung der späteren Umsetzung.

Interessierte Schweizer Praxisbetriebe können sich an Sabrina Camenzind, Direktorin von Hotel & Gastro formation Schweiz, wenden. Benennen Sie bei der Anfrage den möglichen Einsatzbereich und klären Sie mit ihr Finanzierung, Unterrichtszeiten und Begleitung für den angebotenen Praxisplatz.

*Nachgetragen am 22.10.2026; Quellenstand bis 30.07.2026.*
