TL;DR
- Der FAO-Lebensmittelpreisindex stieg im September gegenüber August um 1,5 Prozent auf 136,0 Punkte.
- Im selben Monatsvergleich legte Getreide um 5,1 Prozent zu, Zucker um 6,1 Prozent.
- Die FAO nennt Transportbeschränkungen und Sorgen um Ernten beziehungsweise Versorgung als Einflussfaktoren.
- Wie sich diese Bewegungen auf gelieferte Backwaren auswirken, hängt von Produktzusammensetzung und Vertragsbedingungen ab.
Getreidepreise steigen um 5,1 Prozent gegenüber August
Der internationale Lebensmittelpreisindex der FAO erreichte im September 136,0 Punkte. Das waren 1,5 Prozent mehr als im August und 5,8 Prozent mehr als im September 2025. Besonders kräftig stiegen im Monatsvergleich die Notierungen für Getreide und Zucker, wie die FAO-Meldung vom 2. Oktober 2026 ausführt.
Beim Getreide erhöhte sich der Teilindex gegenüber August um 5,1 Prozent. Für Weizen nennt die FAO einen Anstieg um 6,3 Prozent. Als Gründe führt sie logistische Beschränkungen im Schwarzmeerraum und Trockenheit in Teilen Nordamerikas vor der Aussaat an.
Bei Mais kamen nach Einschätzung der Organisation Sorgen über die US-Erträge hinzu. Außerdem verweist sie auf eine geringere brasilianische Exportverfügbarkeit und Störungen des Schwarzmeerhandels. Die Erklärung verbindet damit erwartete Erntemengen mit der Frage, welche Ware auf internationalen Handelswegen verfügbar ist.
Die FAO nennt Versorgungssorgen als Grund für teureren Zucker
Der Zuckerpreisindex stieg im September gegenüber August um 6,1 Prozent. Damit verzeichnete Zucker den stärksten prozentualen Monatsanstieg unter den fünf erfassten Warengruppen.
Die FAO begründet die Bewegung mit Erwartungen einer knapperen Versorgung in der Saison 2026/27. Sie nennt dabei unter anderem Wetterrisiken in Indien, Regen in Brasiliens Centre-South und eine geringere Zuckerrübenfläche in der EU. Diese Einschätzungen der FAO beschreiben den damaligen Erwartungsstand; spätere Erntemengen stehen damit noch nicht fest.
Bei Getreide und Zucker spielen somit sowohl die verfügbaren Mengen als auch die Aussichten für kommende Ernten eine Rolle. Die Septembernotierungen reagieren auf diese Erwartungen, während die genannten Wetter- und Transportbedingungen je nach Rohstoff unterschiedliche Regionen betreffen.
Fleisch und Milchprodukte werden im Index günstiger
Pflanzenöle verteuerten sich gegenüber August um 0,9 Prozent. Der Fleischindex sank um 1,1 Prozent, während Milchprodukte mit minus 0,1 Prozent nahezu auf dem Vormonatsniveau blieben. Die Werte veröffentlicht die FAO-Indexseite zum September.
Bei Schweine- und Geflügelfleisch drückten laut FAO reichliche Exportangebote auf die internationalen Notierungen. Ein solcher Teilindex bündelt verschiedene Produkte und Herkünfte. Seine Bewegung lässt deshalb den Preis eines bestimmten Zuschnitts oder einer konkreten Lieferqualität offen.
So berechnet die FAO den Gesamtindex aus fünf Warengruppen
Der FAO Food Price Index erfasst monatliche Veränderungen internationaler Preise eines Korbs gehandelter Lebensmittelrohstoffe. Er kombiniert fünf Warengruppen, gewichtet nach ihren durchschnittlichen Exportanteilen in den Jahren 2014 bis 2016. Ihre Veränderungsraten werden deshalb nicht einfach gemittelt; auch der größte prozentuale Anstieg bedeutet nicht automatisch den größten rechnerischen Beitrag.
Die Septemberveröffentlichung nennt gegenüber dem revidierten Augustwert einen Zuwachs um 2,0 Punkte auf 136,0 Punkte. Der Auguststand lag damit bei 134,0 Punkten. Die Rechnung 2,0 geteilt durch 134,0, multipliziert mit 100, ergibt rund 1,49 Prozent und damit gerundet den gemeldeten Anstieg von 1,5 Prozent.
Indexpunkte bezeichnen hier die absolute Veränderung des Indexstands, Prozent die Veränderung im Verhältnis zum Augustwert. Aus 136 Punkten ergibt sich kein Preis in Euro. Laut Methodik der FAO enthält der aktuelle Fleischwert auch geschätzte Preise und kann später revidiert werden.
Beim Backwarenpreis zählen auch Verarbeitung und Preisbindung
Für den gastronomischen Einkauf lässt sich die Verbindung an süßem Frühstücksgebäck betrachten. Getreide gelangt über Mehl in das Produkt, Zucker ist eine weitere Zutat. Zum Lieferpreis gehören außerdem Verarbeitung, Verpackung und Transport.
Wie stark eine Rohstoffbewegung im Angebot ankommt, hängt von den Anteilen dieser Bestandteile ab. Vertragslaufzeit und Preisbindung können zusätzlich beeinflussen, wann ein Lieferant eine Anpassung weitergibt. Eine feste Übertragungsquote oder einen allgemeinen Zeitabstand für Produkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz liefern die Septemberwerte nicht.
Liegt ein neues Backwarenangebot vor, kann die Monatsmeldung einen sachlichen Ausgangspunkt für das Lieferantengespräch bieten. Am konkreten Artikel lässt sich klären, welcher Preisbestandteil sich verändert hat und für welchen Lieferzeitraum der neue Preis gelten soll.
Nachgetragen am 22.10.2026; Quellenstand bis 11.10.2026.