Großbritanniens Gastgewerbe mit Ausschanklizenz verzeichnete im zweiten Quartal 2026 insgesamt 1.794 Neueröffnungen und 1.839 Schließungen. Das meldet der Marktforschungsanbieter NIQ in seinem neuen Hospitality Market Monitor. Für Betreiber und Standortentwickler macht der Bericht sichtbar, wie viel Bewegung hinter einem nahezu stabilen Gesamtbestand liegen kann.
TL;DR
- Zwischen März und Juni standen 1.794 Neueröffnungen insgesamt 1.839 Schließungen gegenüber.
- Der rechnerische Saldo beträgt minus 45 Standorte; Ende Juni waren 98.564 Standorte erfasst.
- Viele geschlossene Standorte wurden laut NIQ rasch wiederbelegt.
- Der Barbestand wuchs im Jahresvergleich um 1,4 Prozent; wirtschaftliche Ergebnisse einzelner Betriebe beschreiben die Veröffentlichungen nicht.
1.794 Eröffnungen treffen auf 1.839 Schließungen
Ende Juni zählte NIQ in Großbritannien 98.564 Gastgewerbestandorte mit Ausschanklizenz. Gegenüber drei Monaten zuvor blieb der Bestand nahezu stabil. Im Vergleich zu Juni 2025 lag er um 0,2 Prozent niedriger, wie die Veröffentlichung vom 27. Juli erläutert.
Der Hospitality Market Monitor ist eine private Marktbeobachtung. Für das zweite Quartal erfasst er 1.794 Eröffnungen und 1.839 Schließungen. Die eigene Saldorechnung ergibt daraus einen Rückgang um 45 Standorte: 1.794 minus 1.839.
Gezählt werden Standorte. Ein Unternehmen kann mehrere Restaurants oder Bars betreiben, weshalb die Eröffnungszahl keine Zahl neu gegründeter Firmen ist. Auch die Schließungen lassen sich entsprechend nicht mit aufgegebenen Unternehmen gleichsetzen.
Der geringe Saldo steht damit neben zahlreichen Veränderungen während des Quartals. Wer allein den Gesamtbestand betrachtet, erfährt, wie viele Standorte zum Stichtag erfasst waren. Die Eröffnungen und Schließungen ergänzen diesen Befund um die Bewegung zwischen März und Juni.
Geschlossene Standorte werden wiederbelegt
Viele geschlossene Standorte wurden laut NIQ rasch wiederbelegt. Eine genaue Quote nennt die veröffentlichte Zusammenfassung nicht.
Ein hypothetisches Beispiel verdeutlicht den Zusammenhang: Ein Restaurant schließt, später eröffnet an derselben Adresse ein anderer Betreiber mit einem neuen Konzept. Die Fläche gehört wieder zum gastronomischen Angebot, während sich Betreiber und Angebot verändert haben können.
Die Wiederbelegung ergänzt die reinen Summen um einen weiteren Aspekt der Standortentwicklung. Eine Schließung kann eine Unterbrechung der gastronomischen Nutzung bedeuten; eine spätere Eröffnung kann an einer bereits zuvor genutzten Adresse stattfinden. Wie viele unterschiedliche Immobilien hinter den gemeldeten Veränderungen stehen, geht aus den Summen nicht hervor.
Rund jede neunte Bar eröffnete binnen zwölf Monaten
Im Barbereich fällt die Eröffnungsaktivität auf. Ende Juni waren 4.695 Bars erfasst, von denen 515 innerhalb der vorausgegangenen zwölf Monate eröffnet hatten. Das britische Branchenmedium Propel gibt diese Zahlen aus derselben NIQ-Untersuchung wieder.
Die eigene Rechnung ergibt rund 11,0 Prozent: 515 geteilt durch 4.695, multipliziert mit 100. Ungefähr jede neunte zum Stichtag erfasste Bar hatte somit innerhalb dieses Zwölfmonatszeitraums eröffnet. Dieser Anteil am aktuellen Bestand ist keine Überlebensquote neuer Bars.
Allein im zweiten Quartal verzeichnete der Monitor 191 Bareröffnungen. Der gesamte Barbestand lag Ende Juni um 1,4 Prozent über dem Vorjahresstand. Diese Wachstumsrate beschreibt die jährliche Nettoentwicklung des Segments.
Die drei Angaben haben unterschiedliche Bezüge: Die 515 jüngeren Bars sind Teil des aktuellen Bestands, die 191 Eröffnungen betreffen das zweite Quartal und die 1,4 Prozent vergleichen den gesamten Barbestand mit dem Vorjahr. Für die Einordnung bleiben diese Zeiträume jeweils mit der zugehörigen Zahl verbunden.
Standortzahlen geben keine Auskunft über Gewinne
Der Monitor beschreibt Standorte und deren Veränderungen. Die veröffentlichten Schließungen bilden keine Insolvenzstatistik, und die Eröffnungen belegen keinen wirtschaftlichen Erfolg. Ergebnisrechnungen einzelner Restaurants oder Bars enthalten die verwendeten Veröffentlichungen nicht.
Für Gastronomen und Hoteliers in Deutschland, Österreich und der Schweiz liefert der britische Befund internationalen Kontext. Ein Vergleich mit der eigenen Region braucht einen passenden Zeitraum und entsprechend abgegrenzte Betriebsformen. Der hier erfasste Markt umfasst ausdrücklich Gastgewerbestandorte mit Ausschanklizenz.
Stellen Sie beim nächsten Standortbericht Eröffnungen und Schließungen neben die Nettoveränderung. Lesen Sie den Zeitraum und die erfassten Betriebsformen gemeinsam mit diesen Zahlen, bevor Sie den Befund mit Ihrer Region vergleichen.
Nachgetragen am 22.10.2026; Quellenstand bis 27.07.2026.