TL;DR
- Die erfassten Einkaufspreise stiegen im Juni um 1,8 Prozent nach einem Rückgang um 0,1 Prozent im Mai, jeweils gegenüber dem Vormonat.
- Im Juni verteuerten sich nahezu alle erfassten Lebensmittel- und Getränkekategorien.
- Die Herausgeber nennen unter anderem beschränkte Fischmengen und ein knappes Rinderangebot als Ursachen.
- Für die Einordnung eigener Lieferangebote bleiben Produktspezifikation, Herkunft und Lieferzeitraum relevant.
Nach dem Mai-Rückgang steigen die Preise wieder
Der Foodservice Price Index von NIQ und Prestige Purchasing meldet für Juni einen erneuten Anstieg im britischen Gastgewerbeeinkauf. Auf minus 0,1 Prozent im Mai folgt ein Plus von 1,8 Prozent im Juni. Beide Angaben beziehen sich auf den jeweiligen Vormonat und stehen auf der Juni-Berichtsseite vom 24. Juli 2026.
Die Monatsrate erhöhte sich damit rechnerisch um 1,9 Prozentpunkte. Dieser Abstand beschreibt die Veränderung zwischen den beiden Raten. Der gemeldete Preisanstieg für Juni gegenüber Mai beträgt 1,8 Prozent.
Eine vereinfachte Rechnung veranschaulicht die Größenordnung: Ein unveränderter Beispielwarenkorb für zunächst 1.000 britische Pfund kostet bei einer angenommenen Verteuerung um 1,8 Prozent anschließend 1.018 Pfund. Die Differenz beträgt 18 Pfund. Das Beispiel erläutert ausschließlich die Prozentrechnung und bildet keine beobachtete Restaurantbestellung ab.
Fisch und Fleisch stehen unter Lieferdruck
Nahezu alle erfassten Lebensmittel- und Getränkekategorien wurden im Juni teurer. NIQ und Prestige Purchasing führen den Druck auf Belastungen einzelner Lieferketten zurück. Ihre Pressemitteilung erläutert diese unter anderem anhand von Fisch und Fleisch.
Bei Fisch und Meeresfrüchten nennen die Herausgeber beschränkte Weißfischquoten im Nordatlantik sowie biologische Probleme bei Zuchtlachs. Beides ordnen sie als Belastung des verfügbaren Angebots ein.
Für die gemeinsame Kategorie Fleisch und Geflügel verweisen sie auf ein knappes Rinderangebot bei robuster weltweiter Nachfrage. Diese Erklärung betrifft Rindfleisch innerhalb der zusammengefassten Warengruppe. Eine gesonderte Entwicklung der Geflügelpreise wird damit nicht beschrieben.
Die öffentlichen Angaben behandeln Warengruppen und liefern keine konkreten Aufschläge für einzelne Einkaufsartikel. Auch den jeweiligen Beitrag der genannten Ursachen zum Gesamtanstieg beziffern die Herausgeber nicht.
Günstigeres Rohöl bringt keine Entlastung
Die gemeinsame Indexkategorie Kaffee, Tee und Kakao steht laut NIQ und Prestige Purchasing ebenfalls unter Druck. Als Belastungen nennen sie ungünstiges Wetter und strukturelle Probleme auf Plantagen in Brasilien, Vietnam und Westafrika. Die Mitteilung beschreibt diese Einflüsse gemeinsam für die Kategorie.
Zugleich seien Entlastungen durch gesunkene Rohölpreise im britischen Großhandel ausgeblieben, schreiben die Herausgeber. Die erwartete Wirkung auf Herstellung, Verpackung und Logistik habe sich bislang nicht eingestellt.
Damit stehen im Juni-Bericht günstigere Rohölpreise und höhere Lebensmittel- und Getränkeeinkaufspreise nebeneinander. Nach Darstellung der Herausgeber prägten die Belastungen der jeweiligen Lieferketten weiterhin die Beschaffung. Eine günstigere Entwicklung bei Energie hatte demnach die beschriebenen Probleme des Warenangebots nicht ausgeglichen.
Millionen Einkaufsvorgänge als Datengrundlage
Der Index verwendet nach Angaben der Herausgeber Foodservice-Daten aus 10,7 Millionen Transaktionen pro Monat. Transaktionen sind Einkaufsvorgänge; ein Betrieb kann zahlreiche davon beitragen. Die Zahl bezeichnet somit den Datenumfang und keine entsprechende Anzahl beteiligter Restaurants oder Hotels.
Berichtsseite und Pressemitteilung beschreiben denselben Index. Sie ergänzen sich bei Monatsraten, Datengrundlage und Warengruppen, bilden aber keine voneinander unabhängigen Erhebungen.
Die genaue Gewichtung des Warenkorbs und die Zusammensetzung der erfassten Betriebe erläutern die öffentlichen Zusammenfassungen nur begrenzt. Der Befund betrifft britische Beschaffungspreise. Er beschreibt weder Menüpreise noch Gewinne einzelner Betriebe und erlaubt keine Prognose für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.
Beim Lieferangebot zählt das konkrete Produkt
In einem hypothetischen Einkaufsgespräch über ein teurer angebotenes Fischfilet kann der britische Befund Anlass sein, die Ware genauer zu vergleichen. Art, Herkunft und Lieferbedingungen helfen bei der Einordnung des Angebots, erklären dessen Preisbildung aber nicht vollständig.
Vergleichen Sie ein neues Lieferangebot mit dem bisherigen anhand derselben Fischspezifikation und Menge. Lassen Sie sich Herkunft und Lieferzeitraum nennen, bevor Sie die Preisänderung bewerten.
Nachgetragen am 22.10.2026; Quellenstand bis 26.07.2026.