Montag, 2. November 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Technologie

Gemeinsame Gästeprofile aus mehreren Hotelsystemen: Hapi stellt zwei neue Produkte vor

Hapi, ein US-Anbieter für die Verbindung von Hotelsystemen, hat Guest Identity und Data Lakehouse vorgestellt. Die Produkte sollen Gästedatensätze aus angeschlossenen Anwendungen derselben Person zuordnen und in einer gemeinsamen Datenbasis bereitstellen. Für Hotels mit Restaurant oder Spa könnte das vorhandene Informationen während des Aufenthalts leichter nutzbar machen. Welche Verbindungen im einzelnen Haus funktionieren, bleibt zu klären.

TL;DR

Hapi will Gästedaten zuordnen und gemeinsam bereitstellen

Hapi erweitert seine bestehende Integrationsinfrastruktur um zwei Aufgaben: Personen über verschiedene Anwendungen hinweg zu erkennen und deren Daten gemeinsam bereitzustellen. Die Produktankündigung vom 1. Oktober 2026 nennt dafür Hapi Guest Identity und Hapi Data Lakehouse.

Guest Identity übernimmt nach Anbieterbeschreibung die Zuordnung von Datensätzen. Data Lakehouse soll Reservierungs-, Gäste-, Aufenthalts- und Gastkontodaten angeschlossener Systeme in einem gemeinsamen, auf Hotels zugeschnittenen Datenmodell zusammenführen. Hapi bezeichnet das zusammengeführte Gästeprofil als „Golden Guest Record“.

Das Angebot richtet sich an Häuser, die Informationen über ihre Gäste in mehreren Anwendungen führen. Im Hotelrestaurant kann ein eigener Datensatz vorliegen, während der Empfang mit dem PMS arbeitet, der zentralen Hotelsoftware für Reservierungen und Gastkonten. Die neuen Produkte sollen solche Einträge miteinander verbinden.

Verifizierte E-Mail-Adressen und Telefonnummern dienen als gemeinsame Kennungen

Laut Hapi erfolgt der Abgleich deterministisch anhand verifizierter gemeinsamer Kennungen. „Deterministisch“ bedeutet hier, dass festgelegte Identifikationsmerkmale die Zuordnung bestimmen. Als Beispiele nennt der Anbieter E-Mail-Adressen und Telefonnummern sowie eine mit einem Namen verbundene Kundenprogramm-ID.

Ein hypothetisches Beispiel erklärt die Idee: Eine wiederkehrende Person verwendet bei der Hotelbuchung und bei einer Restaurantreservierung dieselbe E-Mail-Adresse. Dieses gemeinsame Merkmal könnte die Grundlage bilden, um beide Einträge derselben Person zuzuordnen.

Hapi erklärt, bei unzureichender Sicherheit über eine Übereinstimmung kein gemeinsames Profil zu erstellen. Wie Kennungen verifiziert und gemeinsam genutzte Kontaktangaben behandelt werden, erläutert die Ankündigung nicht im Detail. Eine veröffentlichte Genauigkeitsmessung enthält sie ebenfalls nicht.

Für den Hotelalltag ist das ein konkreter Grenzfall: Mehrere Gäste können dieselbe E-Mail-Adresse verwenden. Die Zuordnung hängt dann davon ab, welche weiteren Merkmale vorliegen und welche Regeln die Software darauf anwendet.

Bei Widersprüchen wählt Hapi einen Wert und bewahrt die ursprünglichen Einträge

Enthalten Datensätze unterschiedliche Angaben, bestimmt Hapi nach eigener Beschreibung einen vorrangigen Wert. Die ursprünglichen Einträge bleiben erhalten, wie die Herstellerankündigung ausdrücklich festhält.

Hotelbuchung und Restaurantreservierung könnten etwa unterschiedliche Telefonnummern enthalten. Für die gemeinsame Sicht braucht es dann eine Entscheidung darüber, welche Angabe verwendet wird. Wie Hapi diese Priorität im Detail festlegt, ist in der Mitteilung nicht aufgeschlüsselt.

Die gemeinsame Ansicht und die Einträge in den Ursprungssystemen sind dabei getrennt zu betrachten. Eine automatische Korrektur sämtlicher beteiligter Anwendungen beschreibt Hapi nicht. Auch welche Informationen zur Herkunft einer Angabe Mitarbeitende sehen, bleibt offen.

Guest Pop soll das Gästeprofil in bereits geöffneten Anwendungen anzeigen

Mit Guest Pop beschreibt Hapi eine Browsererweiterung, die das zugeordnete Gästeprofil innerhalb bereits geöffneter Anwendungen einschließlich PMS anzeigen soll. Die Meldung im US-Hotelfachmedium LODGING vom 2. Oktober gibt diese Funktion wieder. Sie liefert keinen unabhängigen Anwendungstest.

Bei einer erneuten Anreise könnte der Empfang vorhandene Informationen aus dem verbundenen Restaurantbereich berücksichtigen. Welche Angaben im Arbeitsfenster erscheinen, hängt von den unterstützten Anwendungen und dem verfügbaren Leistungsumfang ab.

Die vorgesehene Anzeige bringt das Profil dorthin, wo Mitarbeitende bereits arbeiten. Welche Beschäftigten auf welche Informationen zugreifen dürfen, klärt die Produktankündigung für ein konkretes Hotel jedoch nicht.

Was Hotels zu unterstützten Anwendungen, Kosten und Fehlzuordnungen klären sollten

Hapi nennt in seiner Ankündigung offene Speicherformate und Exportmöglichkeiten. Das Hotel soll außerdem auswählen können, welche Technologiepartner Zugriff erhalten. Konkrete Berechtigungsmodelle und Exportfristen sind im Angebot zu klären.

Dasselbe gilt für die unterstützten Softwareversionen und die Kosten für Anbindung, Datenübernahme und laufende Nutzung. Für den Betrieb gehört außerdem dazu, wer eine erkannte Fehlzuordnung bearbeitet und wie versehentlich verbundene Informationen wieder getrennt werden.

Nennen Sie dem Anbieter die verwendeten Versionen Ihres PMS und Ihrer Restaurant- oder Spa-Software. Lassen Sie sich daran erläutern, welche Daten übernommen werden, wo Guest Pop das Profil anzeigt und wie Ihr Team eine erkannte Fehlzuordnung korrigieren kann.

Nachgetragen am 22.10.2026; Quellenstand bis 19.10.2026.

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