TL;DR
- Im Kölner Versandzentrum setzt Rewes Lieferservice die neuen Boxen nach einem Praxistest regulär ein.
- Vakuumisolationspaneele und ein Kühlakku im Deckel bilden das passive Kühlsystem.
- Rewe erwartet durch den Ersatz von Trockeneis Entlastungen bei Beschaffung, Lagerung und Handhabung.
- Weitere deutsche Standorte sollen 2027 folgen; konkrete Einsparmengen sind nicht veröffentlicht.
Rewe setzt die neuen Boxen nach dem Test regulär in Köln ein
Nach dem Praxistest im Kölner Versandzentrum beginnt Rewes Lieferservice dort mit dem regulären Einsatz der vakuumisolierten Boxen. Zunächst ersetzen Kühlakkus das Trockeneis in den Bereichen Kühlung und Fleisch. Diesen Schritt beschreibt die Rewe-Mitteilung vom 15. Oktober 2026. Weitere deutsche Standorte sollen laut Unternehmen 2027 folgen.
Entwicklungspartner und Hersteller ist va-Q-tec aus Würzburg. Die Umstellung verbindet neue Transportbehälter mit einem anderen Kühlmittel. Beim Packen kommen damit Boxen zum Einsatz, deren Dämmung und vorbereitete Akkus zusammen die Kühlung während der Lieferung übernehmen.
Der Kühlakku im Deckel ergänzt die Vakuumdämmung
Die Boxen besitzen Vakuumisolationspaneele. Diese Dämmung begrenzt den Wärmeaustausch zwischen dem Inneren des Behälters und seiner Umgebung. Der Kühlakku sitzt im Deckel und ergänzt die isolierende Hülle.
Rewe nennt dafür einen PCM-Kühlakku. PCM steht für „Phase Change Material“, auf Deutsch Phasenwechselmaterial. Das Unternehmen beschreibt die Kombination aus Vakuumdämmung und Akku als passives Kühlsystem für unterschiedliche Temperaturbereiche.
Während des Transports halten Dämmung und Kühlmittel die vorgesehenen Bedingungen ohne aktive Kühlung aufrecht. Der Begriff „passiv“ bezieht sich auf diesen Transportabschnitt. Die Vorbereitung der Akkus benötigt ebenfalls Energie; eine insgesamt energiefreie Lieferkette lässt sich daraus nicht ableiten.
Rewe nennt außerdem die Einhaltung der Kühlkette bei Außentemperaturen von bis zu 35 °C. Ein vollständiges Versuchsprotokoll veröffentlicht das Unternehmen dazu nicht. Die Angabe beschreibt die von Rewe dargestellte Leistung des eingesetzten Systems unter dessen Bedingungen.
Für den Betrieb gehören deshalb auch die Schritte vor dem Beladen zur eingesetzten Technik. Die Akkus werden vorbereitet und anschließend mit den isolierten Behältern verwendet. Welche Temperaturen und Vorbereitungszeiten zur Kölner Ausführung gehören, führt die Mitteilung nicht näher aus.
Rewe erwartet weniger Aufwand beim Umgang mit dem Kühlmittel
Das ungarische Handelsfachmedium Trade Magazin greift die Umstellung am 27. Oktober 2026 auf. Es nennt Entlastungen bei Beschaffung, Lagerung und Handhabung, die Rewe durch den Ersatz von Trockeneis erwartet. Der Bericht gibt damit die Unternehmensdarstellung wieder und liefert keine unabhängige Bestätigung dieser Vorteile.
Die genannten Bereiche betreffen verschiedene Aufgaben im Lieferalltag: Kühlmittel werden beschafft, bis zum Einsatz bereitgehalten und beim Packen gehandhabt. Mit den Akkus verändert sich, was Beschäftigte dafür vorbereiten und in die Box einsetzen. Welche Arbeitsschritte dadurch wie viel Zeit beanspruchen, beziffern die Veröffentlichungen nicht.
Der erste Umstellungsschritt umfasst die ausdrücklich genannten Bereiche Kühlung und Fleisch. Für Tiefkühlware beschreibt Rewe damit noch keinen vollständigen Ersatz des Trockeneises. Einsparmengen, Geldbeträge oder eine vollständige Klimabilanz veröffentlicht das Unternehmen ebenfalls nicht.
Eine Umweltbewertung würde auch Herstellung und Lebensdauer der Behälter sowie die Vorbereitung und Rückführung der Akkus einbeziehen. Die erwarteten Erleichterungen im Umgang mit Trockeneis beschreiben daher einen Teil des betrieblichen Aufwands.
Welche Angaben Caterer für die Auswahl von Box und Akku brauchen
Für eine Cateringküche bietet der Betreiberfall einen Ausgangspunkt, um passive Transportkühlung mit einem Anbieter zu besprechen. Die Lebensmittel und ihr Zustand beim Beladen, die Lieferdauer und der benötigte Temperaturbereich beschreiben die Aufgabe, die eine Box erfüllen soll.
Eine Lebensmittelbestellung im Rewe-Lieferservice und eine eigene Speisenauslieferung können unterschiedliche Anforderungen stellen. Aus dem Kölner Einsatz ergeben sich deshalb keine zugesicherten Transportzeiten oder Temperaturgrenzen für andere Anwendungen.
Beschreiben Sie dem Anbieter eine geplante Lieferung mit den vorgesehenen Lebensmitteln, ihrer Lieferdauer und dem erforderlichen Temperaturbereich. Fragen Sie dafür eine passende Kombination aus Box und Kühlakku einschließlich der notwendigen Vorbereitung an.